Benutzerlogin
Suche bei SK Online
Voyeur Cup 2013

08. Juni 2013



Mehr Info
Top-News

Samba, Funk, Blues & Rhythm`n Blues beim
St. Wendeler Stadtfest

14. - 16. Juni 2013
präsentiert vom Jazzförderkreis
St. Wendel



Mehr Info



--------------------

Musikmarathon am
Cusanus-Gymnasium

19. Juni 2013
mit dem Schulorchester SchuOC und den Big Bands Knallbonbon und Urknällchen



Mehr Info



--------------------

Das Big Trouble Projekt

15.9.-21.9.2013
Ausstellung, Lesungen
und Musik



Mehr Info
Weblinks








Eine kleine Galerie

Kommentar zum Linken-Parteitag in Göttingen

Von StefanThome

„Auf zum letzten Gefecht“ schallte es durch die Göttinger Lokhalle, als die Linke mit der „Internationalen“ ihren Parteitag beschloss. Betrachtet man die Querelen im Vorlauf und den Verlauf des Parteitages selbst, könnte dieser bereits das angesprochene „letzte Gefecht“ gewesen sein – falls nicht, dürften noch einige weitere substanzielle „Gefechte“ folgen. Zur Chronologie:

Zunächst hatte Bundestagsfraktionsvorsitzender Gregor Gysi in einer Wutrede, in der er Oskar Lafontaine indirekt angegriffen und der westdeutschen Gewerkschaftslinken „Arroganz gegenüber den Ostverbänden“ unterstellt hatte, eine mögliche Spaltung der Partei ins Gespräch gebracht. Konkret forderte er, dass wenn es nicht gelänge, eine integrative Führung zu wählen, es fairer sei, sich zu trennen. Wenig diplomatisch konterte Oskar Lafontaine lautstark, dass es überhaupt keinen Grund für eine Spaltung gäbe. Gregor Gysi unterstellte er in diesem Zusammenhang „dummes Gerede“; seine innerparteilichen Gegner bedachte er mit dem Vorwurf „da und dort Befindlichkeiten“ zu haben. Er spielte auf totalen Sieg – er sollte ihn bekommen.

Nachdem die zu keiner für die aktuellen Konfliktlinien bedeutsamen innerparteilichen Strömung gehörende Katja Kipping, der ein integrativer Ruf vorauseilt, zum weiblichen Part der doppelten Parteispitze gewählt wurde, kam es zum großen Showdown.

Gegenüber standen sich der bei radikalen Westlinken verhasste Ostpragmatiker Dietmar Bartsch und Bernd Riexinger, bisher kaum bekannter Baden-Württembergischer Gewerkschaftssekretär und Vertreter des Lafontaine-Lagers. Einen integrativen Kandidaten, der den Flügelstreit mit Kipping gemeinsam hätte befrieden können, gab es nicht – beide Konfliktparteien wollten eine solche vorab mögliche Lösung (Katharina Schwabedissen) nicht unterstützen.

Riexinger, fast schon perfider Weise an Stelle Lafontaines und Wagenknechts, die die Innerparteiliche Kampfabstimmung scheuten, angetreten, trug trotz holpriger Bewerbungsrede knapp (297 zu 251 Stimmen) den Sieg davon. Was dann folgte könnte der Sargnagel für die Linke gewesen sein: bei Bekanntgabe des Ergebnisses brachen große Teile der westdeutschen Delegierten in lautstarken Jubel aus und schmetterten die „Internationale“. Der Verhöhnung des „Gegners“ nicht genug, sollen zudem in Richtung der Bartsch-Befürworter massenhaft Kommentare à la „ihr habt den Krieg verloren“ gefallen sein.

Eine Schande für eine Partei, die für den Wert der Solidarität kämpft und genauso beschämend und dem offiziellen Parteicredo diametral entgegenstehend, wie die zutiefst undemokratischen Forderungen einiger Parteimitglieder, Dietmar Bartsch hätte vorab auf sein Recht der Kandidatur verzichten sollen.

Was zurückbleibt ist eine vollkommen in sich zerstrittene Partei, in der ein Flügel über den anderen triumphiert hat und eine große Anzahl an Wunden, bei denen fraglich ist, ob sie jemals geheilt werden können – zumal wenn Parteivorsitzende moderieren sollen, die nicht durch eigene Leistung, sondern sozusagen von Oskars Gnaden zu ihrem Posten gelangt sind. Es wäre jetzt, wo der Bonmot „die Steigerung von Feind ist Parteifreund“ so zutrifft wie selten bei einer bedeutenden deutschen Partei zuvor, die einvernehmliche und noch halbwegs friedliche Trennung dringend geboten, bevor irgendwann ein völliger Scherbenhaufen dasjenige ist, was vom Projekt einer ideologisch extrem breit aufgestellten Linken übrig bleibt.

Die Beteiligten dürfen jedenfalls nicht weiter die Interessen ihrer fünf Millionen Wählern mit Füßen treten. Da der Göttinger Parteitag zu Tage befördert hat, dass es gemeinsam wohl nicht mehr geht, bleib den Wählern darauf zu hoffen, dass in einer ideologisch einigermaßen sauber getrennten Partei bei den vorhandenen Themenüberschneidungen interfraktionelle Zusammenarbeit bzw. im besten Falle eine gemeinsame Fraktion auf Bundesebene möglich ist, während die von politischer Ausrichtung, personeller Kultur und historischer Erfahrung sehr unterschiedlichen Landesverbände auf Kommunal- und Landesebene individuell Schwerpunkte setzen können.

1 Kommentar zu „Eine Trennung wäre fairer“

Nachricht drucken Nachricht drucken
  • wbecker sagt:

    Womit der Aussage Gregor Gysi´s vom “blanken Hass” in der Bundestagsfraktion bestätigt wurde.
    Man darf sich für diese offenen und ehrlich Beschreibung bei Gregeor Gysi bedanken, auch wenn man im Oskarland lebt und hierzulande schweigen muss.

    Mitglied die Linke im Ortsverband Saarbrücken

Olaf Sundermeyer:
Rechter Terror in Deutschland
Eine Geschichte der Gewalt

Buchrezension von
Stefan Gleser




Mehr Info

Klaus Eichner, Karl Rehbaum
und Rainer Rupp: Deckname Topas
Der Spion Rainer Rupp in Selbstzeugnissen

Buchrezension von
Stefan Gleser




Mehr Info

Aus der Solidar-Werkstatt Österreich:
"Denn der Menschheit drohen Kriege..."
Neutralität contra EU-Großmachtswahn

Buchvorstellung




Mehr Info

Fetz / Fingernagel /
Leibnitz/ Pfundner (Hrsg.):
Nacht über Österreich
Der Anschluss 1938

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Paul Lendvai: Erinnerungen -
Leben eines Grenzgängers

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Asit Datta: Armutszeugnis
Warum heute mehr Menschen hungern als vor 20 Jahren

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Werner Geismar: Cattenom
Das Ende einer Laufzeit

Lesungsrezension von
Markus Pflüger




Mehr Info

Michael J. Sandel: Gerechtigkeit
Wie wir das Richtige tun

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Matthias Altenburg: Courage
Anstiftung zum Ungehorsam

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Gilles Reckinger: Lampedusa
Begegnungen am Rande Europas

Buchrezension von
Rupert Neudeck




Mehr Info

Martha C. Nussbaum:
Nicht für den Profit
Warum Demokratie Bildung braucht

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Wilhelm Heitmeyer und Kollegen:
Deutsche Zustände - Folge 10

Buchrezension von
Stefan Gleser




Mehr Info

Franz Alt, Bernd Lohse und
Helfried Weyer:
Aufbruch zur Achtsamkeit

Buchrezension von
Andreas Nassar




Mehr Info

Hans-Ulrich Wehler:
Die neue Umverteilung

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Richard Sennett:
Zusammenarbeit
Was unsere Gesellschaft zusammenhält

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Andreas Möller:
Das grüne Gewissen
Wenn die Natur zur Ersatzreligion wird.

Buchrezension von
Rupert Neudeck




Mehr Info

Franz Alt:
Auf der Sonnenseite
Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht

Franz Alt deckt in seinem neuen Buch, das im März 2013 als Piper-Taschenbuch erscheint, auf, wer die Energiewende bremst und warum sie dennoch alternativlos ist.




Mehr Info

Hans von Storch / Werner Kraus:
Die Klimafalle

Buchrezension von
Rupert Neudeck




Mehr Info

Robert Jungk: Das Sonnenbuch

Buchrezension von
Rupert Neudeck




Mehr Info

Stefan Frank: Kreditinferno
Ewige Schuldenkrise und monetäres Inferno

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Georg Seeßlen und Markus Merz:
Kapitalismus als Spektakel

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Attentatsversuch auf das Linke Liste/PDS Büro in Saarbrücken -
Der größte Mordanschlagversuch mit einer Bombe seit dem Massaker auf dem Münchener Oktoberfest 1980

Offener Brief -
Plädoyer für einen Untersuchungsausschuss im saarländischen Landtag




Mehr Info

Paul Craig Roberts:
Wirtschaft am Abgrund

Buchrezension von
antikrieg.com




Mehr Info

Hermann Fischer: Stoffwechsel
Auf dem Weg zu einer solaren Chemie für das 21. Jahrhundert

Buchrezension von
Rupert Neudeck




Mehr Info

Bernhard Schmid:
Distanzieren Leugnen Drohen
Die europäische extreme Rechte nach Oslo

Buchrezension von
Stefan Gleser




Mehr Info

Mainhardt Graf von Nayhauß:
Kauderwelsch Die Sprache der Politiker

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Martin Heidemanns, Nikolaus Harbusch:
Affäre Wulff
Bundespräsident für 598 Tage – Die Geschichte eines Scheiterns

Buchrezension von
Hans-Joachim Selenz




Mehr Info

Bernd Rausch und Joachim Schmitt:
Big Trouble im Viertel - Das Buch

Tolldreiste Geschichten aus dem Saarbrücker Chinesenviertel




Mehr Info

Hauke Friedrichs:
Bomben Geschäfte
Tod made in Germany

Buchrezension von
Klaus Ludwig Helf




Mehr Info

Tristram Hunt:
Friedrich Engels. Der Mann, der den Marxismus erfand

Buchrezension von Klaus Ludwig Helf




Mehr Info