Beruhigungspillen stehen ausreichend zur Verfügung – Saarländer sollen alle in die Pfalz zwangsevakuiert werden
Von Friedel Saarmeister
Das Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen, das Königreich Belgien und das Großherzogtum Luxemburg nehmen am 27. und 28. Juni 2012 an der ersten Übung der Übungsreihe der Großregion „EXERCICES NUCLÉAIRES 3 en 1“ teil. Schließlich muss jeder wissen, was er zu tun hat, wenn der Pannenmeiler im ostfranzösischen Cattenom die Großregion nuklear verstrahlt und die Bevölkerung erst mal fachgerecht dekontaminiert und danach evakuiert werden muss. Beruhigungspillen sollen ausreichend zur Verfügung stehen, heißt es aus atompolitischen Kreisen der Großregion. Ein Moselwinzer hat bereits seine Nachbarn und Freunde in seinen tiefen Weinkeller eingeladen, um während der Übung den Tag X zu proben. Wie er sagt, sollen Riesling und Spätburgunder die Menschen gegen die ansonsten tödliche Strahlung resistent machen.
Auch die Saarländische Biertrinker-Liga hat vorgesorgt. Experten haben Beweise dafür vorgelegt, dass die in Aluminiumfässern gelagerten Gerstensäfte jeder Strahlung widerstehen und noch genossen werden können, wenn die Großregion längst entvölkert ist. Reste für nachfolgende Generationen, die eventuell in Jahrhunderten wieder die Gegend besiedeln wollen, soll es aber nicht geben.
Zwischen dem 27. und 28. Juni 2012 wollen Biertrinker aus der Großregion ihre Leistungsfähigkeit ebenfalls unter Beweis stellen und laden deswegen zum ersten „NuklearBier-Fest ohne Grenzen“ ein. Zum transnationalen Besäufnis mit seinem Epizentrum im Saarland haben sich bereits hunderte Anti-Atomkraftgegnerinnen und -gegner angemeldet. Promille gegen Becquerel, Neutronen und Protonen lautet die Gegenparole zu „EXERCICES NUCLÉAIRES 3 en 1“.
Inzwischen sind aus gut unterrichteten Kreisen entsetzliche Meldungen durchgesickert. Das ganze Saarland wird zur roten Nuklearzone erklärt, und die Saarländerinnen und Saarländer werden samt Kind und Kegel sowie Landesregierung, Gewerkschaften und Opposition in die Pfalz zwangsevakuiert werden. Zeltlager an Zeltlager sollen sich zwischen Frankenthal und dem Rhein erstrecken. Dort ,wo die Pfälzer ihre scheußlichen Kartoffele sonst aus der Erde graben, sollen die Saarländer hausen und sogar Saumagen schmausen, berichtet der saarländische Student Stefan T., der zurzeit sein Dasein in Kaiserslautern fristet.
Derweil hat ein Vorstadtmatador der Linken in Saarbrücken gefordert, die alten Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg zur Erstversorgung der Saarbrücker Stadtverwaltung mit Lyoner und Doppelweck aufzurüsten. Die Saarbrücker SPD-Oberbürgermeisterin dürfe keinesfalls verstrahlt werden, sie sei bereits genug belastet, so der linke Matador.
„EXERCICES NUCLÉAIRES 3 en 1“, ein Planspiel mit Happy End und „Alles halb so wild“ Statements am Day After soll der Bevölkerung in der Großregion klarmachen, wie hervorragend alles bei einer nuklearen Katastrophe im französischen Pannenmeiler Cattenom funktioniert. Der Supergau kann kommen. (Das war Saartire)
siehe auch: http://www.saarkurier-online.de/?p=71405





















































































