Klartext der Landesregierung ist überfällig – Saarländische Hobbyjäger akzeptieren die aktuelle Schonzeitregelung nicht mehr
Saarbrücken – Im Magazin der Saarjäger steht es schwarz auf weiß: Jäger machen Füchse für eine angeblich geringere Jagdstrecke an Niederwild im Jagdjahr 2010/11 verantwortlich. Die sechsmonatige Schonzeit seit März 2010 – die dem Fuchs als wichtigem Mitglied des natürlichen Gleichgewichts ein Mindestmaß an Schutz gewährt – hat bei den Hobbyjägern wütenden Protest ausgelöst. Die Realität: Jagd hat auf die Fuchsdichte nur verschwindend geringen Einfluss. Zahlreiche Studien belegen: intensive Bejagung führt zu ansteigenden Populationen, so dass selbst massive „Verluste“ umgehend ausgeglichen werden.Das ist der Grund, warum seit Jahrzehnten praktisch jeder Versuch der Jäger scheitert, Füchse großflächig mit Flinte und Falle zu dezimieren. Der Biologe Dr. Zimen kommentierte diesen Sachverhalt mit der Forderung: „Geburtenbeschränkung statt Massenelend“. Ein aktuelles Forschungsprojekt 2009 im bayrischen Wald belegte eindrucksvoll, dass nicht bejagte Fuchspopulationen stabiler sind und bei einer erheblich höheren Lebenserwartung geringere Nachwuchszahlen aufweisen. So erklärt sich auch die Tatsache, dass die Fuchspopulationsdichte im Saarland seit der Einführung der Schonzeit eher gesunken als gewachsen ist.
Worum es den Saarjägern offenbar wirklich geht: die uneingeschränkte Ausübung jagdlicher „Schießfreuden“ ihrer Mitglieder. Tier- und Naturschutz stehen aus Sicht der Albert Schweitzer Stiftung weit abseits. Ebenso auf Unverständnis stoßen in weiten Kreisen der Bevölkerung grausame und überflüssige Praktiken wie bspw. die Baujagd oder die Ausbildungen von Jagdhunden an lebenden Enten und Füchsen. Dass solche Praktiken in anderen europäischen Ländern bereits verboten sind und in Gutachten als hochgradig tierquälerisch bewertet wurden, wird ausgeblendet. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt fordert von der Politik zeitnah ein konsequentes Durchgreifen in Form einer Novellierung des Jagdgesetzes, damit die längst überfälligen Reformen in Bezug auf Tierschutz und Achtung vor dem Leben endlich zwingend umgesetzt werden. Eine temporäre Erweiterung der Fuchsschonzeit ist unverzichtbar.
Quelle: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt/Aktionsgruppe Saarland



















































































