Die französische Agentur für nukleare Sicherheit (ASN) entdeckt erneut eine Sicherheitslücke in Block 1 des Schrottmeilers Cattenom und ordnet die „Entdeckung“ auf Stufe 1 der Inesskala ein. – Einheit vier geht wieder in Betrieb!
Perl/Cattenom (us) Nach dem Meyers Konversationslexikon, ist eine Entdeckung – die Auffindung dessen, was schon vorhanden, aber noch nicht bekannt war. Jedoch wie ist es möglich, dass im jüngsten Bericht der ASN von Ende Juli eine Sicherheitslücke in Block 1 des Schrottmeilers Cattenom entdeckt wurde? Auf einmal entdeckt die ASN in Block 1, dass jener nicht ausreichend gegen Erdbeben gesichert ist! Diese Tatsache müsste bereits der EU Stresstest im Atomkraftwerk Cattenom offen dargelegt haben, denn die neueste Entdeckung der ASN müsste rein logisch, bereits vorhanden gewesen sein. Wieso war jene trotz EU Stresstest bis heute unbekannt?
NUN, darauf gibt es eine Antwort. Wie bekannt sein dürfte, wurde im EU Stresstest nicht das Maximalste untersucht und generell konnte laut dem Antwortschreiben der Bundesregierung, der Europäische Stresstest eine ganzheitliche und vollständige Überprüfung der Sicherheit der Kernkraftwerke nicht bewirken. Laut Bundesregierung war dies auch nicht beabsichtigt! Der Stresstest für das Kernkraftwerk Cattenom hat der Betreiber der Anlage durchgeführt und hierzu seinen Bericht vorgelegt.
Jedoch war der EU – Stresstest, laut Bundesregierung, nicht ausgeführt worden – um die Sicherheit der AKWs zu prüfen, sondern die EU-Stresstests haben erstmalig einen europaweiten Austausch über Sicherheitsmargen gegen schwere Störfälle ermöglicht. Also konnten diesbezüglich bereits vorhandene Sicherheitslücken nicht „entdeckt“ werden! Und trotzdem, dass allein in diesem Jahr bereits 11signifikante Ereignisse unsere Großregion Saar/Lor/Lux bedroht haben und trotzdem das laut dem EU – Stresstest Experten Dieter Majer, Cattenom die Note Mangelhaft im EU Stresstest erhielt, darf der Schrottmeiler unbekümmert weiter betrieben werden. Dennoch, sind laut dem Antwortschreiben, das uns im Auftrag des EU-Kommissars Oettinger zugestellt wurde, Mitglieder von Bürgerinitiativen, als Nichtexperten ungeeignet, den Sicherheitszustand von Atomkraftwerken einschätzen zu können.
Und nun entdeckt die ASN rein zufällig erneut eine Sicherheitslücke im Pannen & Schrottmeiler Cattenom. Wie die ASN in ihrem jüngsten Bericht von Ende Juli im Internet mitteilt, ist der Block 1 des Atomkraftwerkes Cattenom nicht ausreichend gegen Erdbeben gesichert. Außer Cattenom seien insgesamt 9 Atomkraftwerke in Frankreich betroffen, darunter auch Belleville, Flamanville, Saint-Alban sowie Paluel. Konkret wurde die
Erdbebensicherheit für die Lagerung der abgebrannten Brennelemente untersucht, die
hoch radioaktiv sind und starke Hitze entwickeln. Was kann geschehen, wenn die Brennelemente nicht ausreichend gekühlt werden? Die Brennelemente schmelzen, es kommt wegen mangelnder Kühlung zur sogenannten Kernschmelze und es wird in hohem Maße Radioaktivität freigesetzt. Dies ist März 2011 auch in Fukushima geschehen!
Um dieses Problem zu beseitigen, macht die ASN dem Betreiber EDF zur Auflage, die Motorpumpen auszutauschen um somit die Kühlung für die Abklingbecken so zu verändern, dass sie auch dann zur Verfügung stehe, wenn die Ventilation, etwa in Folge eines Erdbebens, ausgefallen sei. Die ASN ordnet diese Problematik auf der Stufe 1 der siebenstufigen Störfallskala ein.
Erst am 29. Mai hatte sich die Produktionseinheit Nr. 4 selbstständig abgeschaltet und befand sich wegen einer technischen Panne des Wechselstromgenerators in der Reparatur. Am Mittwoch, den 08. August 2012 geben die Betreiber EDF bekannt, dass Einheit 4 wieder in Betrieb genommen wurde.
Block drei ist seit dem 22 Juli vom Netz, weil dort die Brennelemente ausgetauscht werden sollen.
Die Meldungen der überaus bedenklichen Störfälle, Ereignisse, der rein zufälligen Entdeckungen in Atomkraftwerken gehen weiter, denn erst am 12 Juli 2012 wurde bekannt gegeben, dass seit mehr als 10 Jahren radioaktiv verseuchtes Wasser aus einem Leck eines Desaktivierungsbecken des Atomkraftwerkes Tihange 1 austritt.
Am 08 August 2012, werden Risse und zahlreiche weitere Anomalien in Reaktor 3 im Atomkraftwerk Doel entdeckt. Reaktor drei ist zurzeit abgeschaltet und wird überprüft. Jedoch sollen Doel 3 und Tihange – so laut Regierung, nicht in absehbarer Zukunft geschlossen werden.
Bereits vor drei Wochen, während der jährlichen Revision, hatten sich an zwei Stellen im Atommeiler Isar II Verunreinigungen ereignet, wobei Hydrazin entwich. Der Vorfall wurde erst am 07 August veröffentlicht. Dabei sei die Verbindung zwischen dem Kaltwasser- und dem betriebseigenen Trinkwassersystem nicht korrekt geschlossen gewesen, so eine Sprecherin, der Eon Betreiber. Das öffentliche Trinkwassersystem sei nach Angaben der Betreiber nicht betroffen gewesen – jedoch wurde festgestellt, dass eine hochgiftige Chemikalie das Trinkwasser im Atommeiler Isar II bei Essenbach in der Nähe von Landshut verunreinigt hat. Der Vorfall sei angeblich nicht meldepflichtig gewesen, weil er angeblich nichts mit der Kernenergie zu tun habe.
„Deswegen fordern wir weiterhin, dass alle Atomkraftwerke auf EU – Ebene, aber auch jene auf Nicht – EU – Ebene schnellstmöglich – jedoch nicht erst 2022 – unumkehrbar abgeschaltet werden. Des Weiteren ist es mehr als unverantwortlich, dass neue Atomkraftwerke im Ausland gebaut werden sollen, bei dem wir als Steuerzahler nicht nur die Hermesbürgschaften mitfinanzieren sondern auch für die gesundheitlichen Folgen & Folgesfolgen und für die Risiken der Atomtechnologie zahlen werden.
Und nicht nur dass; Bundesregierung und EU können sich jederzeit ganz legal darauf berufen, dass beide Instanzen nicht das Recht haben, sich in die Energiepolitik anderer Länder einzumischen“, so Ute Schlumpberger.
„Des Weiteren, so nach Angaben der Bundesregierung, will die EU – EU einheitliche Rahmenrichtlinien für alle AKWs schaffen! Dann werden wohl zukünftig die Kriterien der einheitlichen Rahmenrichtlinien auf einheitliche Maßstäbe gesetzt, dass alle AKWs – egal welches, einheitliche Rahmenrichtlinien erhalten – egal welche Gefahren oder sonstige sicherheitsbedingte Gefahrenpotenziale diese tragen“, so Ute Schlumpberger, Gründerin und Sprecherin der Bürgerinitiative CATTENOM NON MERCI abschließend.




















































































